Markt der Möglichkeiten
25. - 27. Mai 2017
36. Evangelischer Kirchentag in Berlin

Wir müssen uns also fragen: Wie kann Mobilität für den Mensch erträglich bleiben? In der Hektik des Lebens muss Platz bleiben für Ruhe und Entspannung, Zeit für Besinnung und Rekreation. Dies ist nur möglich, wenn ein gesellschaftliches und politisches Umdenken geschieht. Es bedarf gesetzlicher Regelungen zum Schutz des Menschen vor vermeidbarem Lärm, gesetzliche Grenzen für Emissionen von Luftschadstoffen und Lärmimmissionen. Das Gleiche gilt für die Einsicht, dass gerade im Blick auf das Recht auf Stille und innere Einkehr der spezifische Beitrag der Kirchen unverzichtbar ist. Als Grundrechtsträger von Art. 4,1.2.GG hat die Kirche die Möglichkeit, die grundrechtlichen Schutzgüter des Grundrechts der ungestörten Religionsausübung "auszuprägen", sie ethisch zu öffentlicher Geltung zu bringen und damit die Voraussetzungen für die Beachtung des Rechtes auf Ruhe und Stille im Planungsrecht zu schaffen. Diese Einsichten finden ihren Niederschlag in der Gestaltung unseres Messestands.

Globalisierung der Wirtschaft mit dem ungezügelten Wachstum, der weltweiten Logistik unter Ausnutzung mangelnder Teilhabemöglichkeiten, bringt die Welt aus den Fugen. Während weltweit Millionen der Ärmsten der Armen ihre Hütten dort bauen, wo es am lautesten zugeht: In Flughafennähe, unter Highways, Autobahn-brücken und entlang verlärmter Straßen und Bahntrassen. Die Armen dieser Welt sammeln sich - in Lärm- und Schadstoffghettos. Sie erleiden einen Mangel an Achtung ihrer Würde, sie leiden am Verlust ihrer Selbstach-tung. Die Losung des Berliner Jubiläums-Kirchentages setzt einen Kontrapunkt: „Du Siehst mich“ -so hört sich das befreite Bekenntnis einer Frau an, die mitten im Mangel an Selbstachtung sich "angesehen" fühlt. Sie entdeckt ihre verloren geglaubte Würde neu